Stress

Auch wenn Schnecken sehr entspannt erscheinen, haben sie auch Stress. Dies wird leider durch ihre langsamen Bewegungen und daher, dass sie keine Laute von sich geben können, von Menschen nicht erkannt oder aus Menschensicht nicht verstanden. Ist unmittelbar mit einer Gefahr zu rechnen (z. B. ein überfliegender Greifvogel, der Schatten wirft oder ein sich nähernder Mensch, der die Erde zum Vibrieren bringt oder aber es findet eine Berührung statt), so ziehen Schnecken instinktiv und schlagartig Kopf und Körper (Fuß) in das Haus, das rundherum vor den meisten Gefahren schützen kann.

Schnecken bekommen Stress, wenn sie angegriffen oder angefasst werden, wenn es ihnen zu heiß ist, wenn sie Hunger haben oder mit giftigen Substanzen in Kontakt kommen. Dann sondern Schnecken viel Flüssigkeit ab: Schneckenschleim. Der wirkt zwar auf manche Menschen eklig, tatsächlich aber besteht er aus harmlosen Substanzen wie Eiweiß, Zucker, Wasser und Salz. Der Schleim schützt die Haut, verdünnt Gifte und regelt die Körpertemperatur.

All dies sind natürliche Reaktionen, die das Tier kurzzeitig enormem Stress aussetzen. Wird ein Tier jedoch in die Hand genommen und herumgetragen, wird eine unvorstellbar große Menge an Stresshormonen ausgeschüttet, die dazu führen, dass eine große Menge der Energiereserven auf einen Schlag freigesetzt werden. So produziert eine gestresste Schnecke in ihren Schneckenleber-Zellen andere Eiweiße als eine ungestresste Schnecke. Außerdem ist dauernder Stress gefährlich, weil er die Tiere müde und hungrig macht. Schnecken verlieren mit ihrem Schleim sehr viel Wasser und Salz.

Sollte dieser Zustand über längere Zeit andauern oder sich täglich wiederholen (z. B. bei ständigem Hochheben und Umsetzen) kommt es zu einer regelrechten Auszehrung des Organismus’ und einer Schwächung des Immunsystems. Darum sollte man es unbedingt vermeiden, die Tiere unnötig heraus zu nehmen, herum zu tragen oder ständig zu berühren. Natürlich ist es für die Terrarienpflege, putzen, neu bepflanzen oder Eiersuche unvermeidlich. Natürlich möchte man auch gerne mal schöne Fotos der Tiere machen…dagegen ist nichts einzuwenden, wenn es sich in Maßen hält und die Tiere sonst sehr viel Ruhe bekommen.